Rebekka Moser: Bullerbü am Bodensee

Shownotes

Was für ein coole Frau! Und was haben wir gelacht – und das, obwohl das aktuelle Buch von Rebekka Moser Tief keine leichte Kost ist. In diesem Podcast sprechen Autorinnen und Autoren und auch andere Büchermenschen aber eben nicht nur über ihre Bücher und das Schreiben, ihr könnt auch wirklich die Menschen hinter den Büchern kennenlernen! Und damit herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Bücher-Menschen – AutorInnen erLeben. Ich bin Martina, lese viel und auch fast alles und freu mich dann umso mehr, wenn meine Lieblingsautorinnen wie Rebekka Moser meiner Einladung folgen.

Sie erzählt, wofür sie rote Fäden und Post its braucht, wie die Wechseljahre das Schreiben fördern, bei welchen Temperaturen sie im Bodensee baden geht – was durchaus laut ausfällt – wir sprechen über das richtige und wenige Gepäck beim Fahrradfahren und ihr erfährt, warum ich während der Aufnahme an die Melodie von Raumschiff Enterprise gedacht habe…

Tief ist ein Buch mit einer ganz wichtigen Botschaft – und Rebekka hat beim Schreiben auch sehr viel von ihren Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe verarbeitet – genau das macht die Geschichte unglaublich fesselnd und sehr real… Große Leseempfehlung von mir an dieser Stelle!

Am und im Wasser spielt übrigens auch das Buch, dass Vivi Niterl von der Stadtbibliothek Graz als Buchtipp des Monats vorstellt – eine Lektüre, perfekt für den Sommerurlaub am Meer, meint sie – das sei dann jedem selbst überlassen… Hört gerne rein – viel Spaß dabei!

Hier noch ein par wichtige Links - Rebekka Moser postet auf Instagram aktuelles über ihre Arbeit, wunderschöne Bilder vom Bodensee und noch viel mehr – schaut unbedingt vorbei! Infos, News und Bilder zum Podcast findet ihr ebenfalls auf Instagram und Facebook!

Tief, Rebekka Moser, erschienen im Emons Verlag https://emons-verlag.de/

Transkript anzeigen

00:00:02: Bücher, Menschen.

00:00:05: Autorinnen erleben!

00:00:10: Hallo da spricht Rebecca Moser.

00:00:12: ich bin in Graz bei der Martina und freue mich sehr darauf was sie mich jetzt für ihren Podcast fragen wird.

00:00:18: Bin schon richtig aufgeregt.

00:00:20: Was für eine coole Frau und was haben wir gelacht?

00:00:22: Und das, obwohl das aktuelle Buch von Rebecca Moser tief keine leichte Kost ist.

00:00:28: In diesem Podcast sprechen Autorinnen und Autoren und auch andere Büchermenschen aber eben nicht nur über ihre Bücher unterschreiben – ihr könnt auch wirklich die Menschen hinter den Büchern kennenlernen!

00:00:49: wenn meine Lieblingsartorenen Virebäckermoser meiner Einladung folgen.

00:00:54: Sie erzählt, wofür sie rote Fäden und Post-its braucht wie die Wechseljahre das Schreiben fördern bei welchen Temperaturen sie im Bodensee baden geht was auch durchaus laut ausfällt und wir sprechen auch über das richtige und wenige Gepäck beim Fahrradfahren.

00:01:10: ihr erfährt warum ich während dieser Aufnahme auch an die Melodie von Raumschiff Enterprise gedacht habe.

00:01:16: Tief ist ein Buch mit einer ganz wichtigen Botschaft.

00:01:19: Und Rebecca hat beim Schreiben auch sehr viel von ihren Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe verarbeitet, genau das macht die Geschichte unglaublich fesselnd und sehr real.

00:01:30: große Leseempfehlung von mir an dieser Stelle!

00:01:33: Am und im Wasser spielt dann übrigens auch das Buch des Vivinital von der Stadtbibliothek Graz als Buchtipp des Monats vorstellt.

00:01:42: Eine Lektüre perfekt für den Sommerurlaub am Meer, meint sie – dass sei dann jedem selbst überlassen!

00:01:49: Hört gerne rein, viel Spaß dabei!

00:01:56: Rebecca, aufgeregt musst du nicht sein.

00:01:58: Du bist ja weit gereist aus dem Westen Österreichs zu mir nach Graz.

00:02:02: Aus Vorarlberg bist deine waschechte Xie-Bärgerin und in diesem Fall war es jetzt nicht ganz so weit.

00:02:09: Du kommst direkt aus Wien von einer Lesung.

00:02:11: Bist unterwegs mit deinem Buch mit Tief einem Bodensee Thriller?

00:02:16: Ja wie kommst du mit all dem rum zurecht?

00:02:19: Schön wär's wenn es rum wäre!

00:02:23: Man arbeitet langsam, arbeitet man sich nach oben.

00:02:26: also ich glaube von rum bin ich noch weit entfernt.

00:02:29: Es ist jetzt eher noch ein bisschen fleiß und ein bisschen preis vielleicht aber es macht wahnsinnig viel Spaß.

00:02:36: Also wenn man da mit seinem eigenen Buch unterwegs ist und erzählen darf wie es zu dem Buch gekommen ist, wie die Ideen entstanden sind was ich ein bisschen mitgeben möchte, mit diesem Buch.

00:02:47: Es ist zwar ein Thriller aber wenn man mal so spoilern darf... Ich habe dann eine kleine Botschaft die ich mit auf den Weg geben möchte und die ist mir fast wichtiger als das Buch an und für sich.

00:02:58: Ja, tief ist dein zweites Buch.

00:03:01: Das heißt du bist schon ein bisschen auf den Geschmack gekommen oder?

00:03:04: Wobei, also beim zweiten finde ich es viel einfacher als wie bei dem ersten.

00:03:08: Weil beim ersten ist man so richtig blauäugig und denkt sich so ja jetzt geht's los, jetzt schreibe ich ein Buch da traubt man sich noch alles und denkt dich Ja!

00:03:16: Ich habe zwar keine Ahnung aber wenn das Buch gut wird dann wirds auch den Weg zu den Lesern finden und die man das weißt du ja selber.

00:03:23: So einfach ist leider nicht.

00:03:25: Und beim zweiten würde ich sagen weiß man, was auf einen zu kommt.

00:03:30: Aber man traut sich auch selber ein bisschen mehr zu.

00:03:33: Also beim ersten überlegt man noch so nach Hundertzeiten Puh sind die Hunderzeiten gut ich muss vielleicht nochmal zurücklesen.

00:03:41: und nein das gefällt mir gar nicht.

00:03:43: also beim zweiten war ich ein bisschen selbstbewusster.

00:03:46: da habe ich mir gedacht na Das passt.

00:03:49: Ja, aber es ist ja oft auch gut.

00:03:50: oder wenn man da ein bisschen naiv reingeht?

00:03:52: Weil wie viele würden sonst überhaupt keine Bücher schreiben, wenn sie gleich am Anfang ihren Zweifeln da quasi recht geben und sagen nein ich fang's gleich gar nicht an!

00:04:01: Du schreibst dir aber auch schon von Berufswegen du bist Journalistin, hast doch Germanistik studiert, hilft so ein Studium?

00:04:08: oder hilft der auf die Arbeit beim Schreiben eines Buches?

00:04:12: Also der Brotberuf hilft natürlich weil man schreibt.

00:04:15: seit vielen Jahren Man weiß, dass man schreiben kann.

00:04:19: Nur ein Krimi ist wieder etwas ganz anderes.

00:04:22: Also, man kann einen Artikel schreiben und eine Radiosendung vorbereiten.

00:04:27: Aber das Schreiben eines Krimis braucht mehr Hirnschmal, sage ich jetzt mal.

00:04:31: Da kann man auch nicht nur darauf losschreiben wie Tagebuch oder einem Bericht oder irgendetwas, sondern du musst genau wissen was weiß wer.

00:04:40: Wie ist die Chronologie?

00:04:42: Weiß das der Kommissar überhaupt, was ich jetzt gerade aus Täter sich beschrieben habe.

00:04:47: Und da wäre für mich ein bisschen besser gewesen wenn ich organisierter wäre.

00:04:52: Also Martina du hättest mein Schreibtzimmer sehen sollen.

00:04:55: Da sind Fäden von bis über zwei Meter.

00:04:59: Ja bitte, beschreibe uns das!

00:05:01: Hundert Posts und einen riesigen Papierkopf voll mit lauter Post-Its, also so

00:05:07: stelle ich mir das aber auch vor.

00:05:09: Aber wenn man unorganisiert ist... Also es war eine deutliche Herausforderung für mich!

00:05:14: Nicht der Schreiben sondern das Organisieren, den Platt so zu machen dass er konsistent und logisch ist.

00:05:22: Ich meine, der Lektor schaut dann so und so nochmal drüber.

00:05:25: Aber es ist natürlich viel weniger Arbeit wenn von Anfang an die Chronologie stimmt.

00:05:31: das Alter der Personen ich weiß noch beim ersten Buch bin ich auf einmal drauf gekommen oh mein Gott das geht sicher mit dem Alter hinten und vorne nicht aus.

00:05:38: muss sich da eine Person einfügen?

00:05:40: also alles nicht so einfach wie ich mir davor vorgestellt habe.

00:05:47: Wie kam es dann zum Sinneswandel von der Journalistin zur Buchautorin?

00:05:52: Ja, also das hat auch nicht viel mit rumzutun.

00:05:56: Das war so dass ich eigentlich viele Jahre lang bei Rus-Media in Vorarlberg gearbeitet habe und zwar alle Stationen durchgemacht habe bei Antenne Vorarlberg moderiert im Gründungsteam.

00:06:06: Also die ersten Nachrichten sind tatsächlich vor mir gekommen auf Antenne Voralberg.

00:06:11: Danach war ich ... davor war ich bei Fuller TS.

00:06:15: Siehst du jetzt bekomme keine Chronologie schon nicht mehr zusammen.

00:06:20: Wo sind die Fäden?

00:06:23: Ich habe mit voller Tee angefangen, da war ich auch im Gründungsmitglied und das war sehr aufregend weil... Was sind

00:06:30: die Vorarlberg Nachrichten dieser Zeitung?

00:06:32: Vorarlbergen Online ist der Onlinedienst.

00:06:34: Der online Dienst, okay.

00:06:36: Das ist

00:06:36: alles

00:06:37: Einkommennummerat oder es ist der onlinedinster Printausgabe ziemlich blauäugig von der Uni gekommen und war beim ersten Radioteam dabei.

00:06:48: Und das erste Privatradio-Team in Vorarlberg hat keine Lizenz vom Verfassungsgerichtshof bekommen, dann war ich genau drei Tage jahrelang gestillt.

00:06:57: Illegal!

00:06:57: Jetzt lache ich.

00:06:58: aber damals habe ich natürlich nicht gelacht.

00:07:01: Ich hab zu meinem Doktorvater gesagt Entschuldigung, ich muss weg von der Wissenschaft.

00:07:05: Ich habe einen Job bekommen weil damals war es ja nicht so mit deutschen Geschichte.

00:07:09: Hab man nicht gewusst ob man einen Job kommt oder nicht außerhalb der Wissenschaft.

00:07:15: Und ja, wie es dann halt so ging habe ich in dem großen Medienhaus einen Job bekommen und das war eben der Gründungsvorgang für Vorräuber Grundlein und das kannst du dir so vorstellen.

00:07:25: Ich hab die Seiten programmiert und wenn ich was nicht kann dann mathe Statistik programmieren.

00:07:32: wir mussten Amerika anrufen, damit die uns erklären was Internet überhaupt ist.

00:07:38: Ich habe ja keine Ahnung gehabt.

00:07:39: ich habe nicht weiß ich nicht mehr schlafen können weil in meinem Kopf Klammer auf, Body Klamma zu.

00:07:44: also man kann es gar nicht vorstellen.

00:07:46: jetzt im Nachhinein sehr lustig.

00:07:47: und Wenn ich so sehe, dass es jetzt Tools gibt die einem diese Seiten programmieren dann denke ich mal Puh das habe ich mal händisch gemacht und ich hab sogar gekonnt.

00:07:56: Ich könnte's nicht mehr aber...

00:07:58: Aber du hast das Handwerk von der Picke auf gelernt?

00:08:00: Genau

00:08:00: ja!

00:08:01: Was mir geblieben ist, dass ich keine Angst habe vor digitalen Sachen.

00:08:04: wenn ich so seh in meinem Alter haben viele Angst dass sie sagen Paar na funktioniert die Software oder so.

00:08:09: das ist mir alles egal.

00:08:10: das probiere ich weil ich Nicht durch schlafende Nächte gehabt habe.

00:08:18: Du hast schon gesagt, es war ein Unterschied das zweite Buch zu schreiben.

00:08:21: Leichter, man ist ein bisschen selbstbewusster.

00:08:24: Hast du dir auch Hilfe geholt?

00:08:26: Durchschreiben, Workshops oder vielleicht Kollegen und Kolleginnen?

00:08:30: hast du da gefragt was kann ich besser machen oder was mache ich falsch... Ich

00:08:33: schaue, dass das nicht unsympathisch rüber kommt.

00:08:36: Nein!

00:08:38: Weil ich glaube, ich kann schreiben, dass rundherum kann ich nicht.

00:08:42: also da habe ich schon bei Kolleginnen nachgefragt wie das alles funktioniert vor allem vom Schreibprozess anlegt.

00:08:49: Also nicht das Schreiben, sondern wann schreibe ich?

00:08:51: Wie schreiber ich... wie plane ich meinen Tag durch?

00:08:54: Weil wenn man kommt aus einem Beruf, das weißt du selber der eigentlich sehr stressig ist wo man von einer Minute auf die andere einfach funktionieren muss und wenn dann noch ein Umfall irgendwo passiert und da kannst du alles umschreiben, dann gibt es die Nachrichten.

00:09:06: bisher haben keinen Sinn mehr.

00:09:08: und dass in Sekundenschnelle bin ich zu einem Beruf gekommen wo ich mein eigener Chef war am Schreibtisch und ich habe die Küchenarbeit daneben gesehen.

00:09:16: Waschmaschine sollte man eigentlich einräumen und der Mann möchte heute Abend ein besonderes essen.

00:09:22: Und also was man da wirklich braucht ist Zitzfleisch!

00:09:26: Und da habe ich tatsächlich bei Kollegen nachgefragt.

00:09:28: Wie macht ihr das?

00:09:30: Wie plant ihr euren Tag, wie haltet ihr euch davon ab, dass ihr alles andere macht außer zu schreiben?

00:09:35: Weil es flutscht ja nicht immer so ist.

00:09:37: Es wäre wunderschön wenn's jeden Tag flutschen würde.

00:09:39: aber da hat mir auch der Journalisten da sein Geholfen weil an Tagen wo es nicht geht recherchiere ich.

00:09:45: und jetzt bringst du das gut unter einen Hut Leben Alltag die Arbeit

00:09:49: manchmal mehr manchmal weniger und keine Ahnung warum hab.

00:09:54: ich bin ein Nachtschreiber Also ich kann ihn in der Nacht, wenn ich nicht schlafen kann.

00:09:57: Das ist meinen Wechseljahren geschuldet, stelle ich auf und denke mir... Ja

00:10:01: sie bringen doch was!

00:10:05: Und zwar auch Gänse auf!

00:10:09: Na also dann gehe ich schnell die Waschmaschine einräumen und überleg mir, was muss ich morgen noch als machen?

00:10:14: Und schalte dann wirklich meinen kleinen Schreibtischlampe ein, das schaut dann so richtig heimlich und auch ein bisschen unheimlich aus.

00:10:22: und dann schreibe ich Meistens die Täterperspektiven.

00:10:26: Ah, okay!

00:10:27: Der große Vater ist ein bisschen dabei.

00:10:29: Bist du selbst auch eine Vielleserin?

00:10:32: Ja.

00:10:33: Also ich leide jetzt ein bisschen weil ich auf Tour bin und nicht so viel zum Lesen komme.

00:10:38: und was auch noch ist... Ich lese sehr gerne Krimis & Thriller aber wenn ich so aktiv im Schreibprozess drinnen bin dann kann ich es nicht, weil dann lese ich nicht die Geschichten.

00:10:48: Sondern ich sehe nur das Gerüst.

00:10:50: Ich sehe wie verwebt er die verschiedenen Perspektiven.

00:10:53: Wie fängt der an?

00:10:54: Wie hört da auf?

00:10:55: Wie legt er die Charaktere an?

00:10:57: Wieviel steigt er überhaupt in die Geschichte?

00:11:00: als ist schwierig und deswegen lese für mein Leben gerne Science Fiction.

00:11:04: Science fiction tatsächlich!

00:11:06: Ich bin alleine auf alter Flur.

00:11:08: Keiner meiner Freundinnen und Freunde liest Science fiction und für mich ist das so etwas von Erholsam.

00:11:13: Das bringt mich eine... andere Galaxien ein anderes Universum.

00:11:17: Es hat nichts mit dem Alltag zu tun, es hat nichts etwas mit irgendetwas zu tun das mich vielleicht stressen könnte.

00:11:22: und wenn ich es könnte würde ich sehr gerne einen Serienz-Fiction schreiben.

00:11:27: Ja?

00:11:27: Na ja!

00:11:28: Vielleicht töt's ja noch... Aber was liest du da?

00:11:30: die Perry Rodin Reihe oder

00:11:32: so?

00:11:34: Also man unterscheidet ja immer zwischen Star Wars und Star Trek.

00:11:37: Wenn man in eine Unterhaltung geht dann bin ich eher Star Trek.

00:11:40: aber ich lese jetzt zum Beispiel Joshua Tree, den finde ich ziemlich gut.

00:11:45: Er ist ganz aktuell und mag sehr gerne Hörbücher.

00:11:49: also da kann man auch noch ein bisschen nebenher etwas machen.

00:11:52: aber Science Fiction bringen mich so am meisten weg vom Alltag.

00:11:56: Liest du auch Science fiction?

00:11:58: Na, tu ich mir ehrlich gesagt ein bisschen schwer.

00:12:00: damit auch Warum?

00:12:01: Warum?

00:12:02: Gute Frage vielleicht habe ich einfach nur nicht das ein richtig gutes Science-Fiction Buch gefunden Tatsächlich lieber Thriller oder Krimis, die in der aktuellen Zeit spielen.

00:12:14: Das hat für mich mehr Spannung als diese fremden Welten.

00:12:18: und jetzt habe ich gleich die Rammschef Enterprise.

00:12:20: Musik?

00:12:20: Ja, kopf!

00:12:21: Wie sieht's Gott zugleich zu?

00:12:24: Als ob es nur das geben würde... Es gibt ja eh ganz viele, aber vielleicht werde ich mir da noch eine direkte Empfehlung von dir holen.

00:12:31: Vielleicht probiere ich es mal.

00:12:32: Also ich hab auch wieder in Fantasie reingeschnuppert im Rahmen dieses Popkastzweleben.

00:12:38: Autorinnen aus den verschiedenen Genres kennenlernen.

00:12:40: So richtig Science Fiction war noch nicht dabei, aber ja, okay, Science Fiktion.

00:12:44: Wir werden mal anschauen!

00:12:45: Und dystopie liebe ich?

00:12:47: Also wenn die Menschheit so an den Rand der Existenz kommt und sich überlegen muss wie geht es jetzt weiter mit uns als Menschheit?

00:12:54: das liebe ich.

00:12:55: Ja wobei also da die Tribute von Panen, die Reihe habe ich schon auch verschlungen.

00:13:00: Das ist doch dystopia eigentlich.

00:13:03: direkt in die Science-Fiction.

00:13:06: Das ist gegangen eine Zeit lang, weil jetzt grusel ich mich lieber im Alltag.

00:13:12: Mark Ellsberg ein sehr erfolgreicher Kollege von mir.

00:13:16: also diese Bücher liebe ich zum Beispiel.

00:13:17: Die sind wirklich toll.

00:13:18: ja das habe ich als Hörbuch und aber auch entweder muss sie wieder raus biemen aus der Zeit, weil die ja doch auch recht lang sind und wenn man da nicht dran bleibt und man kann nicht zurücklesen sondern dann muss er wieder zurück hören, dann zieht sich das.

00:13:33: super spannende Bücher.

00:13:34: Weil wir übers Lesen gerade sprechen, zwitschen wir jetzt mal kurz zum Buchtipp von der Stadtbibliothek Graz und hören da rein was hier empfohlen wird.

00:13:43: Der Buchtieb von der Stadt Bibliothek Graz kommt heute wieder mal von Vivi Nittal.

00:13:47: Wir haben uns ja vor circa einem Jahr gesehen, damals hast du die Moomins vorgestellt aus dem hohen Norden.

00:13:54: Was ist es diesmal für den Juni?

00:13:56: Für den Pride Month?

00:13:58: Dieses

00:13:58: Mal kommt das von Mira Grant aus Amerika.

00:14:02: Es ist Into the Drowning Deep und ist ein Horrorbuch Das eben auf Hoher See spielt wo eine junge Forscherin versucht herauszufinden, was ihrer Schwester vor mehreren Jahren zugestoßen ist und eventuell auf Mehrjungfrauen trifft.

00:14:19: Freundlich sind sie aber nicht!

00:14:23: Okay das klingt sehr spannend.

00:14:24: Into the Drowning Deep?

00:14:26: Ist es Buch auch auf deutscher Schienen?

00:14:28: Leider nein.

00:14:29: Das heißt wir haben etwas für die Fans der englischen Sprache.

00:14:32: Ja du hast den Inhalt schon ein bisschen angedeutet geht's noch ein bisschen konkreter.

00:14:36: Mehrjung-Frauen sind auch dabei.

00:14:38: Das heisst vielleicht hat das Buch dann auch so einen Fantasitatsch.

00:14:42: Nein, es ist mehr Jungfrau nur fast auf wissenschaftlicher Ebene.

00:14:46: Also es sind eigene Kreaturen die man versucht zu erforschen Die aber einfach wilde Tiere sind und dementsprechend auch manchmal etwas gefährlich sagen können.

00:14:58: Und ich dachte das passt ganz schön weil es eben auf einem Schiff spielt.

00:15:02: Es fühlt sich teilweise kalt an Weil es bis in die Tiefe des Meeres hinausgeht Aber...es ist halt Passend für den Sommer, dass man draußen ist.

00:15:12: Dass man das Meer hat.

00:15:14: Es hat eine kleine, queere Romance mit dabei aber es ist vor allem sehr viel Horror und ein bisschen Gore.

00:15:21: Dass mal danach auch noch gerne ins Meer geht stelle ich jetzt mal so in den Raum die Frage was hat dich zu dem Buch greifen lassen?

00:15:29: Ich hab... von einer Freundin drüber gehört und wollte einfach das auch einmal lesen.

00:15:34: Ich wollte einfach mehr mit Horror anfangen, habe dann herausgefunden dass dieses Buch generell sehr viel mit Diversity spielt und es fühlt sich fast ein bisschen Klischee an nur dass es mit diesen Klischees etwas sehr charmantes macht.

00:15:50: Außerdem ist es sehr selten, eine Frau im Horrorbereich zu lesen vor allem und Mirror Grant ist bekannt für ihre Science Fiction oder ihre Fantasie Romane.

00:16:01: Wem würdest du dieses Buch dringend weiter empfehlen?

00:16:04: Alle die ein bisschen Angst vor der Tiefe haben, die etwas Queeres lesen wollen aber mit viel Charakter, viel Herz- und Humor und die eventuell auch mit Horror anfangen möchten.

00:16:18: Der Sommelbuch-Tipp von Vivi Niedl, Into the Drown in Deep von Mira Grant.

00:16:24: Vielen Dank, Vivi!

00:16:25: Danke fürs Kommen und danke fürs Zuhören!

00:16:28: Rebecca ja es bist wieder du dran mit Antworten.

00:16:31: Ich hab das Gefühl, ich red viel zuviel.

00:16:35: Dein Buch Tief wurde mir empfohlen von der lieben Stefanie von der Wolkenlos Agentur.

00:16:40: Grüße gehen gleich mal raus nach Wien.

00:16:43: Ein Thriller, der die Themen Flucht und Migration aufgreift.

00:16:49: Es geht um radikalisierte Jugendliche, um Vorurteile, um Rassismus – das sind alles keine leichten Themen.

00:16:56: Das war aber eine sehr fesselnde Geschichte.

00:16:59: Die hast du ja nicht zufällig gewählt oder?

00:17:03: Also weil du sagst, es sind keine leichten Themen.

00:17:06: Wenn du dich umschaust im Buchmarkt, mir fällt eigentlich überhaupt nur ein einziges Buch auf so im Krimi und Willerbereich das sich auch mit diesen Themen beschäftigt hat und das ist Nele Neue Hausmonster.

00:17:19: hast du das zuverläglichen?

00:17:21: Ja.

00:17:22: Ansonsten habe ich eigentlich keinen Krimie gelesen, wo's wirklich intensiv um das Thema Flucht und Integration geht.

00:17:30: Und bei mir hat sich das ergeben aus meinem Alltag, weil ich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe arbeite.

00:17:37: zu Beginn einer Flüchtlingskrise oder schon ein bisschen davor habe ich in einem kleinen Vorarlberger Gemeinde Ankommenen beim Deutschlandern geholfen.

00:17:46: Das ist

00:17:46: ja schon sehr

00:17:47: lange.

00:17:48: Also nicht nur beim Deutschlander.

00:17:50: du fangst an mit Deutschlandern aber man Gerade unter Frauen entwickeln sich dann Freundschaften und man redet natürlich runter um mich.

00:17:58: Ich frage halt immer, das würde dir genau gleich gehen.

00:18:02: Du fragst

00:18:03: ja warum bist du hier?

00:18:05: Wie geht es dir hier?

00:18:06: Wo kann ich helfen?

00:18:07: Und dann kommen Geschichten muss ich ehrlich sagen.

00:18:10: am Anfang habe ich psychologische Supervision gebraucht.

00:18:14: also das Leben schreibt viel schlimmere Krimis als Autor schreiben kann.

00:18:21: Es hat lange gedauert, bis ich mit diesen Geschichten umgehen konnte.

00:18:25: Es hilft ja nichts wenn auch traurig und deprimiert bin und an meine Grenzen komme.

00:18:29: ich will ja den Menschen helfen hier gut anzukommen und sich hier gut in Österreich zurechtzufinden.

00:18:37: Und natürlich Deutschlandern.

00:18:39: ohne Deutschlandern geht es nicht.

00:18:41: Aber es sind mehrere Geschichten in tief verwoben die man mir damals genauso erzählt hat.

00:18:47: Also nicht ganz genau so... Das hat ja auch etwas mit Persönlichkeitsrechten zu tun.

00:18:52: Du willst ja nicht eine Geschichte, die man mir genau so erzählt hat, literarisch verarbeiten.

00:18:57: aber so endlich!

00:18:58: Jetzt arbeite ich in einem Karitas Lerncafé.

00:19:01: das ist deutlich einfacher.

00:19:03: In Bregenst davor habe ich in Lustinau gearbeitet und in Lustinau gibt es sehr viele türkische Migranten, da gibt's einen Witz dazu.

00:19:10: Lustinah heißt nicht Lustinaus sondern Lustambul.

00:19:13: Also jetzt kannst du dir vorstellen, aber im sehr positiven Sinne.

00:19:18: Ich liebe diese Stadt weil ich finde es funktioniert sensationell gut in Lustenao zusammenleben und die Integration.

00:19:27: Aber hast du dir dann so richtig ein bisschen was auch von der Seele geschrieben mit diesem Buch?

00:19:31: Jetzt im Nachhinein, wenn ich die Stellen vorlese bei Lesungen.

00:19:35: Mit einem bisschen Abstand das Buch ist ja... Du weißt hier wie es funktioniert mit dem Prozess.

00:19:39: Das dauert ja dann bis man das Buch in der Hand hat!

00:19:42: Jetzt im nachhineinen denke ich mir, da hat die Frau Moser etwas verarbeiten müssen, was man nie erzählt hat und ich finde seine wunderbare Art sich etwas von der Seelle zu schreiben für Gänsehaut sorgen, sondern ich hätte auch eine klitzekleine Botschaft zwischen den Seiten und das wäre dass wir alle Österreicher sind.

00:20:02: Alle in einem Land leben und alle miteinander gut auskommen müssen für die Zukunft weil es nützt nichts wenn wenn wir verhärtete Positionen haben rechts links muslimisch christlich.

00:20:14: Es nütze alles nicht!

00:20:15: Wir müssen gemeinsam eine Zukunft finden.

00:20:20: Immer wenn ich jetzt im Lerncafé auch mit den kleinen Sprechen gase, aber natürlich ein wahnsinniger Prampischleuniger.

00:20:25: Also das ist beim kleinen muslimischen Kindern sogar ein Thema weil sie haben natürlich Verwandte und Bekannte und Freunde noch daheim und es ist einfach ein riesengroßes Thema.

00:20:35: Wir versuchen im Lerncafés das auch mit viel liebevoller Zuneigung zu machen, aber auch Humor also ohne lachen geht gar nichts bei uns.

00:20:43: Ja, ich glaube das ist das was die Menschen dringend brauchen oder?

00:20:45: Ein bisschen Humor auch und doch ein Lächeln mal im Gesicht.

00:20:49: Nimmt viel von der Schwere.

00:20:51: Das ist ja auch in meinem Buch so.

00:20:52: also der Herr Sinona der Profiler genannt Sense, der ist zu der Kontra bar zum einem doch eher sehr sensiblen traurigen Kommissar.

00:21:01: Also er nimmt da viel vom Schwere des Themas und macht auch in schlimmen Situationen mit seinem Humor alles ein bisschen leichter ertragbar.

00:21:11: Also ich finde, es ist ja sehr gut gelungen diese Botschaft rüber zu bringen auch weil du wirklich verschiedene Standpunkte darstellst und das trotzdem sehr objektiv ist.

00:21:23: Das hat mir wirklich sehr gut gefallen.

00:21:24: dass es kein belehrendes Buch

00:21:26: war.

00:21:27: Kein

00:21:28: moralischer Zeigefinger?

00:21:29: Nein was wirklich nicht!

00:21:30: Das hat mich sehr gefallen können.

00:21:32: Es sind noch bekannte Charaktere wieder dabei.

00:21:35: War das beabsichtigt dass du den Richard Heinzler nochmals da ermitteln lässt.

00:21:43: Wenn du dich erinnern kannst, habe ich vorhin schon gesagt... Ich schreibe kein Science-Fiction weil ich zu faul bin.

00:21:48: Das ist exakt das Gleiche!

00:21:50: Also ich finde wenn man es schon mal geschafft hat einen Charakter zu beschreiben der einem auch ein bisschen am Herzen liegt dann ist es sehr schwer sich da irgendwie loszulösen.

00:22:01: deswegen also der Herr Heinzel darf wahrscheinlich noch einmal ermitteln.

00:22:05: Also den mag ich einfach sehr gerne und viel von dem was der Herr Heinz besagt, sagen.

00:22:11: Freunde von mir oder sage ich selbst als es ist da viel aus meinem Alltag mit eingeflossen in seinen Charakter und er ist ein richtiger Alemanne.

00:22:19: also er ist eigentlich ganz konservativ bis in seine letzte Poere, aber er hat auch ein sehr gutes Herz.

00:22:24: Also er wird auch hinterfragt von Herrn Sinona vom Sense der da eher ganz links ist und liberal und ihm sagte du bist ein kleiner Rassist, aber immer mit viel Humor

00:22:38: Wer auch.

00:22:38: der jugendliche Blick kommt durch die Tochter?

00:22:41: Ja,

00:22:41: das hat natürlich auch ein realistisches Szenario.

00:22:45: Meine Tochter ist vierundzwanzig und gerade über solchen schwierigen politischen Themen hinterfragt sie mich auch sehr weil sie einen allivitischen Freund hat und das seit vielen Jahren.

00:22:56: also Sie sieht viele Themen die ich schon mit meinem Standpunkt beurteilt habe.

00:23:02: es da kommt noch eine ganz andere Perspektive dazu Und das hat mich auch persönlich gelehrt.

00:23:08: Wenn jemand sagt, dass ist wahr dann muss ich immer lachen weil ich denke ja für dich ist es war aber wir alle die runter rumstehen hat deine Wahrheit gar nichts mit dem Lebensalltag von mir zu tun oder von jemand anderem und Das liebe ich.

00:23:23: an der Konfrontation mit anderen Kulturen das interagieren dass man auf etwas wo man gedacht hatte da habe ich schon ein ziemlich sicherer Blick auf die Sache dass man vollkommen hinterfragt Und das geht ja auch dem Herr Heinzel so.

00:23:37: Also der denkt sich, ich bin ein guter Mensch!

00:23:39: Ich mache alles richtig und jeder sagt ihm na also bitte was gibst du von dir?

00:23:44: Du musst es schon noch einmal hinterfragen und bist du dir sicher dass deine Position die richtige ist?

00:23:50: Ich denke, in meinem Thriller ist sehr viel Alltag zu finden und sehr viele von Diskussionen, die wir auch daheim unter Freunden führen.

00:23:58: Also ich habe ja auch einen Freundeskreis da, der gibt es rechts, links, Mitte – Gott sei Dank kein Extremist!

00:24:05: Aber es gibt leider alles.

00:24:07: also... Ich habe im Rahmen meiner Arbeit für das Lerncafe Lustinau mit zwei jungen Mädchen ewig lang danach noch Kontakt gehabt.

00:24:20: Die haben mich in eine Moschee eingeladen, die ich davor nicht kannte.

00:24:24: Und auch wenig Lustinau haben diese Moscheeee gekannt und habe mir gedacht wo ist denn diese Moschee?

00:24:30: Ich bin da eingeladet worden zu einem Vortrag von den Mädels zu Scharia.

00:24:34: Da war ich ein bisschen schockiert.

00:24:36: Auch das findet sich wieder im Buch weil... ...ich hab ihnen gesagt es gibt's ja nicht!

00:24:42: Jetzt betreue ich euch seit der Volksschule Und ihr wollt's mich zu Scharia bekehren?

00:24:46: Da kann ich irgendwas nicht stimmen, aber auch immer mit Humor.

00:24:49: Also kein versus Wort, gar nichts!

00:24:51: Weil wir können ja auch nicht hineinsehen... Wir sehen nicht in die Familien und in ihre Moralvorstellungen und jeder soll es genau so handhaben wie er das gerne möchte.

00:25:01: Aber trotzdem hab' ich mir gedacht seltsam weil das ist doch eine eher extremistische Ansicht oder

00:25:09: Zugang Bist du selber auch eigentlich angefeindet worden oder bist du angefeindet für deine Arbeit?

00:25:15: Gott sei Dank nicht, aber ich glaube deswegen weil ich genau in der Mitte sitze.

00:25:19: Also angefeinert nicht!

00:25:21: Ich muss immer diskutieren, weil meine rechten Freunde sagen zu mir Du bist der linke Träumer, meine linken Freunde sagen sie zu mir Boah jetzt hast du aber schon nicht dass du auch noch Rassisten wirst.

00:25:31: also schon alleine dies.

00:25:33: zwei Aussagen sagen mir das ich ziemlich sicher in der Mittelsitze Aber ich bin sehr diskussionsfreudig.

00:25:42: Also genau solche Sachen diskutiere ich für mein Leben gerne, weil ich glaube dass sie uns auch weiter bringen, weil... Ich werde hinterfragt der andere das Gegenüber wird hinterfragt und vielleicht schafft man es einmal irgendwie zu einer Lösung?

00:25:55: Und wenn mich etwas an meinem Ehrenamt gelehrt hat dann gute Menschen immer das Gleiche möchten.

00:26:02: Also wir möchten ein gutes Leben haben, wir möchten eine gute und sichere Zukunft für unsere Kinder haben und wir müssen extrem aufpassen dass wir nicht sage ich jetzt mal ich weiß nicht genau wie die Prozentzahl wie man das einordnen kann aber dass nicht die fünf Prozent die vielleicht nicht gut sind einem Bild oder einen Rollmodel für die ganzen restlichen Menschen geben sowohl für die Christen als auch für die Muslime.

00:26:26: also wir müssen schauen das nicht die extremen zu viel zu sagen bekommen.

00:26:30: Ja, hast du dich auch vielen mit der Ermittlungsarbeiterpolizei beschäftigt?

00:26:35: Da kommt ja auch in Tiefes, da kommt auch der Verfassungsschutzkont vor.

00:26:40: Gibt es da überhaupt Auskunft?

00:26:42: über diese Arbeit.

00:26:43: Ja,

00:26:43: lustig dass du das fragst weil ich habe mich tatsächlich mit zwei Verfassungsschützern aus Vorarlberg getroffen und ich hab mir da vorgestellt es sitzt die Frau Moser hin und fragt er so wie schaut's da außen?

00:26:55: Also ich meine ich hab nur Vornamen bekommen also ich weiß nicht mehr nicht einmal wie die zwei anderen Nachnamen heißen und die haben dann gelacht und gesagt ja genau so stellst du dir das vor.

00:27:04: Hab ich gesagt ja bitte Nein, so funktioniert es nicht.

00:27:07: Ja wie funktioniert's dann?

00:27:09: Du erzählst uns was du für eine Idee hast und wir sagen da einen Daumen hoch oder nicht.

00:27:15: Und

00:27:15: bei neunzig Prozent meiner Geschichte waren beide Daumen Hoch und bei den zehn Prozent ich vielleicht ein bisschen übersteigert habe war aber immer noch ein Daumen oben also

00:27:25: sehr nah dran.

00:27:26: Sehr nah dran!

00:27:27: Da hab' ich mir denn schon gedacht Puh soll ich das wirklich so explizit schreiben weil Ich möchte in Zukunft auch nicht angefeindet werden.

00:27:35: Also wenn ich da wirklich so nah dran bin, dann muss ich mir das vielleicht schon überlegen.

00:27:41: und das habe ich dann natürlich mit dem Verlagern, mit dem Lektor gemacht.

00:27:44: und es gibt ja eine Figur ein Syrer der auf den Weg geschickt wird, um einen Verbrechen zu begehen und er ist alles andere als ein Verbrecher.

00:27:54: Und sein Weg hat den Lektor sehr beschäftigt weil ich da war mit meinem Standpunkt schon ganz klar und der hat gesagt bist du dir das sicher?

00:28:03: Ich habe gesagt ja natürlich solche Verbrechungen passieren.

00:28:05: wir müssen nur schauen dass es nicht so rüber kommt dass jeder der zu uns nach Österreich kommt so ist.

00:28:12: Und ich bin natürlich in einer komfortablen Lage.

00:28:15: Durch meine Arbeit bei der Flüchtlingshilfe kann man mir nicht unterstellen, dass ich Rassistin bin und jeder, der mich kennt weiß das, dass sich da viele Meilen davon empfand.

00:28:25: Aber ich glaube schon, dass wir nicht immer rundherum reden sollten also vielleicht Dinge ansprechen.

00:28:31: und

00:28:32: was mich an der Politik sehr stört wird eben nichts angesprochen.

00:28:36: Es geht immer nur um die Extreme und sehr wenig um die Lösungen.

00:28:39: Politik wäre so ungefähr der letzte Beruf, den ich machen möchte.

00:28:45: Nicht gerade beneidenswert, das ist richtig.

00:28:47: Ja vieles in dem Buch ist wirklich beklemmend gewesen auch erschreckend real und du wirst uns auch einen kurzen Ausschnitt später noch vorlesen.

00:28:57: jetzt wird es noch ein bisschen privat.

00:28:59: also Ich bin ja immer interessiert an den Menschen hinter den Büchern.

00:29:03: Und ich finde es ja schon lustig, dass wir quasi eine gemeinsame Radiogeschichte haben und uns jetzt nach so vielen Jahren dagegen übersitzen und ein bisschen darüber quatschen.

00:29:12: Ich will ein bisschen mehr von Rebecca Moser erfahren.

00:29:14: Du hast in einem Interview gesagt – das habe ich noch gelesen – die besten Ideen kommen dir beim Fahrradfahren?

00:29:21: Wo bist du unterwegs?

00:29:22: Bist du beruflich mit dem Fahrrad immer unterwegs privat?

00:29:24: Also ich fahre sehr viel mit dem Fahrrad und ich habe zusätzlich ein Klimaticket.

00:29:29: Und kombiniere eigentlich alle Wege immer zwischen Zug-und Fahrrad, wenn es geht...wenn's nicht gerade in Deutschland ist!

00:29:39: Wollte

00:29:39: der Fahrrad sicher sehr hilfreich wäre.

00:29:41: Das

00:29:42: Fahrrad ja aber wenn man größere Distanzen hinter sich bringt dann über Nacht, dass man dann in deutschen Städten von denen man nicht einmal gewusst hat.

00:29:52: Also ich fahre für mein Leben gerne Fahrrad und habe vor vielen Jahren einmal die Idee gehabt, so jetzt radle ich von Drehgens nach Wien.

00:29:59: Ich bin dann von Drogens nach Uln geradelt das sind immer schon über zweihundert Kilometer und dann den ganzen ... die ganze Donau entlang bis nach Wiene meine alte Heimat.

00:30:09: Das war so eine wunderbare Reise, dass ich mir gedacht habe, ich will gar nichts mehr anderes machen.

00:30:14: Ich will eigentlich nur noch mit dem Fahrrad herumfahren und das hab' ich dann auch gemacht.

00:30:19: also ich bin zum Beispiel von Paris nach London geradelt.

00:30:22: Bist du so eine richtige Bikepackerin?

00:30:24: Ja!

00:30:25: Aber ohne Zelt, Martina.

00:30:27: Also am Abend will ich gerne eine nette Pension mit gemütlichem Bett und Abendessen und am Morgen ein Frühstück.

00:30:33: Also dass ich da noch auf Campingidülle mache unten

00:30:37: Mein Mann ist ja auch so ein begeisterter Weitenrad-Fahrer und mit minimalst Gepäck.

00:30:43: Ich habe noch weniger Gepack, ich nehme nur meine Kreditkarte mitwählen.

00:30:49: Er checkt sich am Abend da irgendwo ein!

00:30:52: Ja, also ich hab' aber auch nicht zu viel gepäckt.

00:30:53: Also ich habe immer so faltbare Balleriner dabei und ein schwarzes nettes Kleid das man

00:30:59: noch genügend muss.

00:31:00: Genau, Martina wir wissen von was ihr redet.

00:31:03: Wir machen mal gemeinsam eine Tour.

00:31:04: Aber ich hatte lustige Anekdote dazu, weil... Ich plane eigentlich die Hotels immer schon lange vor.

00:31:10: Und vor zwei Jahren sind wir die Ostsee und Dänemark und die Nordsee entlang geradelt und sind unter anderem in Kiel gewesen.

00:31:18: Da hätte ich mich besser vorbereiten sollen, weil im Nachhinein habe ich dann gewusst warum ich so schwer ein Hotel bekommen habe, weil da die Kieler Yachtwochen waren und es war weltberühmt!

00:31:27: So jetzt ist uns nur nach einem sehr noblesen Hotel übrig geblieben

00:31:31: Preislich.

00:31:32: Ja, ganz oben also hat fast das Budget unserer Reise gesprengt und ich bin da angekommen im vollen Radoutfit wobei als ich habe nie eine Radlerhose, ich hab einen britischen Ledersattel schon über fünfundzwanzig Jahre, also ich brauch gar keine Radhose auf meine Sitzbeinhöcke eingeradelt und bin da hinein und dann hab' ich gesagt Hallo Moos!

00:31:52: Ich hab ein Zimmer reserviert und die Dame ist sehr nett.

00:31:55: sind sie sich sicher?

00:31:58: Sieblich sicher, ich zeige Ihnen die Reservierung.

00:32:01: Meine

00:32:01: Yacht steht draußen

00:32:03: an meinem Vater

00:32:04: in dem Fall es war.

00:32:05: Sie hat zu mir gesagt, Frau Moser das ist aber sehr nett und sie sind unsere erste Radlerin.

00:32:10: und dann habe ich mir schon gedacht oh mein Gott wo bin ich?

00:32:13: Dann habe ich gesagt gibt's irgendwo einen Radkello oder etwas wo ich meinen Rat unterbringen kann?

00:32:19: Nein, wir haben nur einen Kutschenplatz.

00:32:22: Super!

00:32:23: Ich bin zu meiner Freundin gegangen und habe gesagt, alles was die Radtaschen hergeben zum Abendessen.

00:32:28: Schminken, Ballerina,

00:32:30: Schmuck alles.

00:32:31: Wir müssen uns aufpreisen für dieses Hotel.

00:32:36: Deshalb

00:32:36: immer das kleine nicht knitterbare Schwarze.

00:32:39: Genau.

00:32:39: Bist du auch schon um den Bodensee geradelt?

00:32:42: Schon viele Male.

00:32:43: Das macht man in Vorarlberg als Jugendlicher.

00:32:47: Also quasi, wenn man so den ersten Freund hat und so.

00:32:50: Und von den Eltern entschliehen will, dann radelt man Rundbundemur tatsächlich damals noch mit Campingplatz.

00:32:57: Deswegen weiß ich ganz genau, ich campen will nicht mehr.

00:33:01: Du bist in Pregens geboren direkt am See quasi aufgewachsen?

00:33:05: Hast du sicher viele schöne Erinnerungen oder?

00:33:07: Also eigentlich in Haar, aber das ist quasi ein Nachbardorf von Pregends und im Haus meiner Oma bin ich aufgewachsen.

00:33:15: wirklich wunderschöne Erinnerungen, weil das war so die letzte Häuserei des Dorfes und irgendwo im Nirgendwo.

00:33:22: Und ich bin mit Gummistiefeln um Bikini den ganzen Tag herum gerannt und also kann man sich so vorstellen wie kennst du die Kinder von Wullebüch?

00:33:30: Ja genau

00:33:31: so bin ich aufgewachsen.

00:33:32: Also traumhaft!

00:33:34: Dann sind wir dann umgezogen.

00:33:36: meine Eltern mussten jeden Euro oder damals noch Schilling umdrehen und dann sind wir in einem sozialen Bremppunkt gelandert.

00:33:44: Damals, es war so ein Projekt der SPÖ und zwar ist die Achsiedlung für mich ein absolutes Paradies weil zwischen jedem Block dieser Siedlung einen riesigen Spielplatz und also wieder wunderbar meine Kindheit war ein Traum.

00:34:01: nur damals war es einfach ein bisschen brutaler.

00:34:03: sag ich immer zu meinen Kindern das jetzt.

00:34:05: Ich bin nicht so beschützt aufgewachsen Weil du warst den ganzen Tag draußen musst du daheim sein.

00:34:11: Genau, aber nicht erreichbar mit Handy und solche Sachen.

00:34:16: Die Eltern

00:34:16: wussten nicht wo du warst.

00:34:18: Du warst froh dass du nicht gewusst hast wo die Eltern waren.

00:34:22: Ein bisschen wild Und das habe ich jetzt vermisst wie meine Kinder aufgewachsen sind.

00:34:27: Also meine Kinder sind viel behüteter auch in der Natur und so.

00:34:31: Aber man kontrolliert schon ein bissel mehr jetzt Da.

00:34:34: und bei den ganz jungen Mamas verstehe es auch Man hört ja viele willige Sachen.

00:34:39: So

00:34:40: wie sie

00:34:41: aufgewachsen sind, kann man sich das gar nicht mehr vorstellen.

00:34:43: Nein es hat sich natürlich runterherum viel verändert.

00:34:47: Aber gestern, als wir da nach Freunden haben, haben wir so gelacht, weil wir wieder daran gedacht haben ... Als Kinder, wir waren ja nicht einmal angeschnallt im Auto.

00:34:53: Wir hatten keine Fahrradhelme.

00:34:55: Ja, Wahnsinn!

00:34:56: Allein dass diese Erinnerungen, die wir nach Italien gefahren sind, auf der Schlafend, auf den Rückbank und so... Die war aus mit Decken vollgestopft, möglichst bequem.

00:35:04: Das erste Auto hatte nicht einmal Gute drinnen.

00:35:07: Ja, da hatte ich schon

00:35:08: sehr viel Geld.

00:35:10: Aber wir haben es überlebt!

00:35:12: Und bei uns hat so eine Kämpfe gegeben zwischen Buben und Mädchen also sowieso mit meinen Kindern gelesen die wilden Kerle.

00:35:19: Also genau so ist das dann bei mir eigentlich in der Volksschule gewesen.

00:35:24: Ich kann mich noch erinnern vollkommen politisch unkorrekt hat ein Mädchen gegeben, das noch größer war als ich die Fette manuell ergreisen.

00:35:34: Man darf es fast gar nicht sagen, aber das war so eine Wahnsinnige Kindheitserinnerung von mir und die war immer stärker wie ich.

00:35:42: und ich habe sie denn danach einmal in einem Palmersgeschäft getroffen und wir mussten beide so lachen und haben gesagt, also wir haben eigentlich eine wunderschöne aber auch wilde Kindheit gehabt.

00:35:52: und sie hat gesagt zu mir, weißt du schon wie man zu dir gesagt hat?

00:35:55: Da hab ich gesagt Wie?

00:35:56: Rebekerei!

00:35:57: Habe ich auch nie geblieben.

00:36:00: Und dann habe ich gesagt, du willst nicht wissen wie man zu dir gesagt hat.

00:36:05: Also das sind so Sachen wo ich von meinen Kindern jetzt sehr hinterfragt werde.

00:36:10: Weil ja, man darf halt wirklich Sachen nicht mehr sagen.

00:36:13: Ich verstehe es auch viele Sachen sind auch vollkommen aus der Zeit gefallen und so geht sie auch meinem Kommissar oft also.

00:36:20: Der schlust denn da schon hinten und vorne ein bisschen an mit Ausdrücken hier verwenden?

00:36:25: Nein ist es gut dass die Kinder da eigentlich Viel, viel korrekter sind als wir damals waren.

00:36:30: Obwohl ja ohne böse Absicht eigentlich.

00:36:33: Wir haben nicht wirklich so viele Hintergedanken gehabt bei diesen Sachen.

00:36:38: Ja was verbindet dich mit dem See?

00:36:40: oder brauchst du diesen See auch?

00:36:41: Bist du gerne am See vielleicht auch mal ein bisschen runter zu kommen?

00:36:45: Also der See ist wirklich ein wichtiger Teil meines Lebens.

00:36:49: also ich gehe am Morgen sehr gern am See entlang spazieren sehr früh, wenn ich nicht schlafen kann.

00:36:55: Ich spiel mir sehr gerne im See auch im Winter.

00:36:58: Also diesen Winter habe ich es nicht geschafft, da war ich am Anfang vom Winter krank und also krank kannst du nicht in den See gehen.

00:37:04: Aber den Winter davor bin ich mit meiner Freundin durchgeschwommen.

00:37:07: Jeden Tag bei Regenwetter, bei Schnee, tiefste Temperatur, vier Komma fünf Grad.

00:37:13: Ich muss das jetzt einmal anfangen als erst reden alle so viel von Eisbadensortem.

00:37:17: Ja,

00:37:18: also Eisbaden ist ja nicht wirklich, sie sind Winterbaden.

00:37:20: Winterbade, oder?

00:37:21: Weil

00:37:21: Eisbaden musst du mit dem Pickel, das hab' ich noch nicht geschafft.

00:37:24: Gott sei Dank ist ich noch nie zugefroren!

00:37:26: Aber das finde ich an... ein wunderbares Erlebnis.

00:37:29: Also wenn du im Sommer anfängst und wirklich dran bleibst, also ich glaube nicht dass man im Herbst, wenn es zwölf Grad hat, anfangen kann außer mich härter als wie ich, als ich würde's nicht schaffen.

00:37:39: und es ist ja so lustig.

00:37:40: da gibt sie eine Theorie Du musst das ganz ruhig machen mit Artentechnik und die Hände heraus und kurz eintun.

00:37:46: also bei mir hört und zieht sich das vollkommen anders.

00:37:49: Stiege runter schreien zu leben Aber macht wahnsinnig Spaß.

00:37:55: Gib dir so ein Gefühl, wenn du rauskommst.

00:37:58: Ich schaffe alles!

00:37:59: Ich habe mich da jetzt reingetraut und bin wieder lebendig rausgekommen.

00:38:03: Ja

00:38:03: ich habe überlebt... Ich glaube das hat mir damals die Ellen dann so erzählt, die auch immer ins irische Meer baden geht.

00:38:09: Genau,

00:38:09: genau über das mit ihr gerade vor Kurzen drüber geredet.

00:38:13: Das Überleben, das macht schon stärker oder?

00:38:15: Ja und

00:38:15: irische See ist natürlich noch ein anderes Kalibrenger gleich mit dem Boot zu sehen.

00:38:21: Da sind die tiefen Temperaturen glaub' ich über das ganze Jahr.

00:38:24: also

00:38:25: Ja, also kuschelig wird es da nie, glaube ich.

00:38:28: Zum Baden?

00:38:28: Genau, zum Baden über die Sechzehnte oder siebzehn Grad wird's dann nie und so jetzt im Sommer schon über zwanzig Grad.

00:38:33: Okay ja.

00:38:35: Das ist keine Abkühlung mehr bitte!

00:38:38: Ich habe mir ein paar Fragen überlegt, inspiriert von meinem letzten Mädels-Urlaub.

00:38:42: der ist noch gar nicht so lange her und wir fangen dann immer auch ein bisschen zu philosophieren oder stellen uns Fragen die

00:38:49: nach dem wievielten Gläschen fragen

00:38:51: das Universums nach einigen Gläschien Und da waren aber ganz lustige dabei.

00:38:58: Unter anderem, welches große Rätsel würdest du denn gerne noch beantwortet haben oder beantworten wissen?

00:39:05: Die verrat dir dann unsere Antworten?

00:39:08: Also ich würde natürlich ganz dringend und gern wissen ob wir allein sind in diesem Universum.

00:39:14: Habt ihr diese Diskussion?

00:39:16: Das hatten wir dann auch.

00:39:18: Ja bei uns ist es auch ausgehörend so das Leben nach dem Tod.

00:39:21: gibt's das wirklich?

00:39:23: Und dann noch die Frage, wo sind eigentlich die ganzen einzelnen Socken?

00:39:28: Warum verschwingen du dich?

00:39:31: In der Waschmaschine.

00:39:33: Ja, das kann ich nicht.

00:39:34: Das einzelne Sockenproblem.

00:39:36: Nicht unbedingt für meine Socken, weil ich trage ganz selten Socken.

00:39:40: Ich bin ein leidenschaftlicher Barfußgeher und Fliebflopsrägerin also am liebsten keine Socken im Winterachs aber bei Regenwetter muss sich ... Weil da kann man mit den Achsen rumrennen.

00:39:53: Meine andere Frage, wo siehst Du Dich in zehn Jahren?

00:39:57: Hoffentlich noch am Schreibtisch.

00:40:00: Gibt es ein Land, den du gerne auswandern würdest?

00:40:03: Also als köhrige Alimannin sehr geht's normal.

00:40:08: Ist man schon sehr von seinem eigenen Land überzeugt.

00:40:11: Als ich reise sehr gerne, aber ich komme fast noch lieber danach wieder nach Hause.

00:40:16: Bei dieser Frage sind wir ... Wir waren dort zu dritt und wir sind alle ganz rühoseilig geworden.

00:40:20: Welchen Moment in deinem Leben würdest du gerne nochmal erleben?

00:40:24: als meine Kinder auf die Welt gekommen sind.

00:40:27: Also der Moment, vor allem beim ersten Kind natürlich auch beim zweiten aber beim ersten ist nicht eindrücklicher weil du bist Sekunden davor zu zweit und von einem Augenblick auf den nächsten bist du verantwortlich für ein kleines Leben.

00:40:40: also es war ein wunderschöner Moment.

00:40:43: Ja bei uns war's wirklich so viele Momente eigentlich mit den Kindern wo wir mal gesagt haben ja das war doch... Also wirklich viele schöne Momente waren das.

00:40:52: Ja, da war man wirklich halt ja dann ganz rührselig weil die Kinder alle schon so groß.

00:40:58: Das geht

00:40:59: so schnell vorbei!

00:41:00: Ich muss jetzt sagen ich bin jetzt keine Mama gewesen die so ganz verrückt nach den kleinen Säuglingen war also mit meinen Kindern die meiste Freude gehabt hat sie so angefangen haben Fragen zu stellen und das habe ich sehr geliebt.

00:41:14: Ich habe auch alles aufgeschrieben.

00:41:16: Diese Bücher lieben meine Kinder, da lesen sie stundenlang nach und

00:41:20: besprüche

00:41:21: die

00:41:21: sich so loslassen.

00:41:25: Ich würde jetzt noch gern rein hören in Tief Aber vielleicht, deine Frage noch davor.

00:41:30: Arbeitest du an einem neuen Buchprojekt?

00:41:32: Dein Ermittler wird wahrscheinlich noch einen Fall bekommen.

00:41:35: Tatsächlich

00:41:36: denke ich mir also einem Fall bekommen Heinz Leonzenze auf jeden Fall noch.

00:41:41: jetzt arbeite ich an einem anderen Projekt.

00:41:43: Ich weiß auch noch gar nicht wohin das führen wird.

00:41:46: Es ist etwas, dass mich sehr beschäftigt Das uns alle beschäftigt, es ist das Altwerden Und wie mich in meinen Kriminalromanen beschäftigt.

00:41:57: Wie kommt es zu einer Gewaltspirale?

00:41:59: Beschäftigt mich jetzt bei diesem Thema.

00:42:01: Wie gehe ich mit dem unvermeidlichen um?

00:42:04: Geht das dann eher in die Sachbuch-Ristung?

00:42:05: Nein, gar nicht Sachbuch sondern eine sanfte Geschichte.

00:42:08: Hoffentlich kann es, Martina!

00:42:09: Ich weiß es nicht.

00:42:10: Ich bin jetzt da schon mittendrin und muss manchmal selber schmunzeln über das was ich da schreibe.

00:42:14: also...

00:42:15: Dann steht doch jemand.

00:42:19: Tatsächlich weiß ich nicht ob ich vielleicht bin eine so ganz sanfte Geschichte zu schreiben Aber ich bin beeinflusst durch meine Freunde.

00:42:27: Ich habe sehr viele ältere Freunde, das hatte ich immer schon mein ganzes Leben lang bisher und eine meiner ganz lieben Freundinnen ist jetzt viernachtzig und immer noch super gut beieinander sowohl körperlich als auch geistig.

00:42:42: von letztem auf diesen Jahr hab'.

00:42:43: ich habe gemerkt Owey es wird jetzt ein bisschen schwieriger und da ist so viel Wehmut dabei.

00:42:48: also ich bin ganz schlecht im Loslassen von Dingen Was das an Kraft kostet, Dinge loszulassen die man noch letztes Jahr sehr gut konnte und die dieses Jahr ein Problem darstellen.

00:43:03: Und... Das wird uns alle betreffen!

00:43:06: Wo klingt vielversprechend?

00:43:07: Ja,

00:43:07: schauen wir mal!

00:43:09: Vielleicht ermittelt dann doch der Heinz-Left!

00:43:13: Da hören wir jetzt rein!

00:43:15: Bitte!

00:43:16: Dann würde ich gerade eine Szene lesen, die mir so ... Gedächtnis geblieben ist und zwar sehr intensiv.

00:43:24: Du fangst gleich mit einem Schluss an!

00:43:28: Ich kann aber sagen, auch der Anfang zahlt sich wirklich aus.

00:43:32: Also es tatsächlich am Ende des Buches geht es um im ganzen Buch meine Frau die aus dem Nahen Osten nach Vorarlberg flieht und was ihr da geschieht.

00:43:43: Und welche Gewaltspirale sie lostritt, schon alleine dadurch mit allem, was sie erlebt

00:43:48: hat.".

00:43:49: Sie kommt hier an und verliebt sich!

00:43:53: In meinem Buch springen wir zeitlich immer von vorne nach hinten und ist vielleicht ein bisschen schwierig aber es wird alles zusammengehalten durch die Tagebucheintragungen von ESMA.

00:44:06: Und jetzt hören wir einen Ausschnitt aus ihrem Tagebuch.

00:44:10: Zum ersten Mal in der Ferne, ich lege meine Hand auf meine Stirn und die Erinnerungen pochen im Rhythmus meines Blutes Hier am fremden See verborgen unter den Büschen Die Fasties ans Ufer reichen.

00:44:24: glaube nicht dass aller sich an mich oder jemandem aus meiner Familie erinnert.

00:44:30: Ich lege die Hand auf mein Herz und spüre das es kräftig ist und leben will auch in der Fremde.

00:44:36: Die Wellen des Sees rauschen.

00:44:39: Ein richtiges Rauschen ist es nicht, aber ich darf nicht zu viel verlangen – auch ein zaghaftes Rauchen reicht um sich sicherzufühlen und den Klang von Raketen und Granaten in meinem Kopf verstummen zu lassen.

00:44:51: Mit nackten Füßen hier am Strand fühle ich intensiver all das was ich nicht mehr habe und all das, was den Weg zu mir zurückfinden wird!

00:45:01: Ein Stückchen Heimat kitzelt mich mit dem fremden Sand zwischen den Zehen wenn ich die Augen schließe.

00:45:07: Dann werden aus den grauen dunklen Körnern Honiggelbe, die in der Abend Sonne funkeln.

00:45:14: Mit fast geschlossenen Augen ist die Neuwelt wunderschön.

00:45:18: Ich muss mir ein paar Dinge dazuträumen Aber das macht nichts!

00:45:22: Ich habe genügend Fantasie.

00:45:24: Ohne Phantasie bist du weniger als ein Esel hat Abuwa Hadi mein Nachbar über dem Meer einmal gesagt.

00:45:30: Und wer will schon an Esel sein?

00:45:32: Mit Phantasien lebt es sich leichter Und man muss sich nicht immer darauf verlassen, dass jemand sich an dich erinnert.

00:45:38: Ich blinzle lieber in die Sonne und reime mir alles zusammen was fehlt.

00:45:43: Leuchtender könnte es sein!

00:45:45: Gold in tausenden Schattierungen hängt jetzt dank meiner Fantasie glitzend an meinen Wimpern – und vielleicht ein bisschen wärmer?

00:45:54: Daheim war der Sand noch warm wenn ich nach Sonnenuntergang mit meinen Fettern dort entlang gelaufen bin wo das Meer das Land geküsst hat.

00:46:02: Manchmal stürmisch manchmal sanft und fordernd, aber immer tausende Male wie ein unaufförliches Streicheln das Tag-und Nachternstücken mehr von der Heimat in den Ozean zog.

00:46:13: Hinter mir ruft uns sein Strandverkäufer erwünscht und seinen Abend voller Rosen – ich liebe diese kleinen Teilchen der Fantasie mehr als alles andere!

00:46:23: Das beste Eis von Jati Al Sarak schmilzt in den Tüten Und das letzte Tageslicht verabschiedet sich glühend am Horizont.

00:46:31: Am Strand lachen und tanzen meine Fetten und Cousinen.

00:46:35: Sie grillen Schishtauk, Und der Wind trägt den Duft vom scharfen Knoblauch Zu mir ins Ferneland.

00:46:41: Ich will die Augen nicht öffnen – ich koste sie aus Die Fantasie!

00:46:46: Denn damals als ich all das noch hatte War das Leben ein Traum.

00:46:51: Als die Hescher des Preutigams mit ihren Gewehren Noch nicht gewartet hatten An der letzten Häuserfrontrichtung mehr.

00:46:57: Doch genug davon….

00:46:58: Ich will nicht, dass meine Tränen den salzlosen See verdorben.

00:47:02: Erkennt meinen Kummer noch nicht!

00:47:04: Hier singen die Menschen und ich – ich will mit ihnen singen.

00:47:08: Ich will leben und lieben und dich in meine Arme schließen und nie mehr

00:47:12: loslassen.".

00:47:14: Vielen Dank, Rebecca Moser aus Tief, der zweiten Bodensee-Thriller.

00:47:19: Er bruch das mich sehr berührt hat und sehr gefesselt hat.

00:47:22: Und ja….

00:47:23: ich fand doch unser Gespräch voll fein.

00:47:25: Sehr nett.

00:47:25: Und trotz des schweren Themas, ja, wie sagen wir es?

00:47:29: Dinas hat uns sehr viel Spaß

00:47:30: gemacht!

00:47:31: Ja super mir auch.

00:47:33: Ich hoffe wir hören uns wieder oder wir sehen uns vielleicht bald mal wieder.

00:47:37: Du musst unbedingt an den Bodensee kommen.

00:47:39: Ich komme mit dem Fahrrad im Bodenseee Ja und radel dann rum

00:47:44: Ja das würde mich sehr freuen wenn du mich besuchen kommst

00:47:47: Fein ich melde mich verlässlich und wünsch dir eine gute Zugfahrt nach Hause.

00:47:52: Vielen lieben Dank und danke dass ich da sein habe dürfen.

00:47:55: Sehr gerne,

00:47:55: tschau.

00:47:56: Tschüss!

00:47:57: Ein Gespräch wie mit einer guten Freundin war das ich habe sehr genossen und ein Besuch am Bodensee inklusive Radumrundung steht ganz oben auf meiner Bucketlist.

00:48:07: Rebecca postet auf Instagram aktuelles über ihre Arbeit wunderschöne Bilder von Bodenseee Und noch viel mehr.

00:48:14: schaut unbedingt vorbei.

00:48:15: Alle wichtigen Links auch zum Podcast selbst findet ihr wie immer in den Show notes an dieser Stelle.

00:48:21: einmal mehr Dankeschön fürs dabei sein für eure Zeit und ich hoffe wir hören uns wieder bis dann.

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